10.08.2015

Velden wird als 50. der 132 Kärntner Gemeinde Asylwerber aufnehmen

Der St. Egydener Hof war ein alteingesessenes Gasthaus in der Ortschaft St. Egyden in der Marktgemeinde Velden. In den letzten Jahren war der Gasthausbetrieb nur mehr sehr eingeschränkt aufrecht. Nun wurde das Gebäude verkauft und die Flüchtlingsbeauftragte des Landes Kärnten, Dr. Barbara Payer teilte Bürgermeister Vouk mit, dass der neue Eigentümer den alten Gasthof als Unterkunft für Asylsuchende betreiben will. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Land Kärnten wurde nach Prüfung der gesetzlichen Voraussetzungen bereits abgeschlossen. Die ersten 20 Flüchtlinge sollen am 18. August ihr neues zu Hause beziehen. Im Endausbau sollen 50 Flüchtlinge dort Unterkunft finden.

Am Donnerstag informierte der Bürgermeister die Veldener Gemeinderäte, und die wichtigsten Player des öffentlichen Lebens in St. Egyden sowie die unmittelbaren Nachbarn über die aktuelle Situation. „Wir stellen uns unserer humanitären Verantwortung und wollen diesen leidgeprüften Menschen ein menschenwürdiges Quartier und adäquate Lebensverhältnisse sichern. Selbstverständlich werden wir aber auch die Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger vor Ort ernst nehmen sowie die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung berücksichtigen und weiterhin für ein ausgewogenes soziales Gefüge im Ort sorgen“ so der Bürgermeister. Aus diesem Grund will Vouk auch genau darauf achten, dass die seitens des Betreibers gemachten Zusagen, wie zum Beispiel eine Betreuungsperson ständig vor Ort zu haben oder einen Kleinbus für die notwendigen Einkaufsfahrten zur Verfügung zu stellen, genau eingehalten werden.

Bürgermeister Vouk wies darauf hin, dass ihm 50 Personen für den klein strukturierten Ort St. Egyden für zu viel erscheinen, aber aufgrund der Ausnahmesituation das Land natürlich alle Möglichkeiten ausschöpfen muss.

Weiters kritisiert Bürgermeister Vouk das Vorgehen der Innenministerin, Gemeinden vor vollendete Tatsachen zu stellen und ein Durchgriffsrecht anzustreben. Eine erfolgreiche Asylpolitik und Willkommenskultur kann nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden.

Der Betreiber hat bereits reiche Erfahrung mit solchen Einrichtungen. Es ist insgesamt sein fünftes Asylquartier österreichweit, das zweite kärntenweit. Und Vouk hat auch gleich zwei GemeindemitarbeiterInnen als „Asylbeauftragte“ eingesetzt, welche als Bindeglied zwischen Bevölkerung, Betreiber, Gemeinde und Asylwerbern vor Ort dienen sollen.

„Packen wir es an. Geben wir diesen leidgeprüften Menschen eine Zukunft in menschenwürdigen Verhältnissen. Wir brauchen dazu jede helfende Hand aus der Bevölkerung“ rief der Bürgermeister abschließend zu besonderer Solidarität mit den Flüchtlingen und Hilfsbereitschaft auf.

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